"Zivilschutz darf nicht zu Lasten des Dirschwarzes gehen", erklärte Weiß in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung. Es sei eine Zumutung an Parlament und Öffentlichkeit, daß ausgerechnet ein Bundesministerium gerade jetzt grausame Tierversuche vorbereite. Immerhin wolle der Bundestag im September seine Beratungen über Änderungen des Tierschutzgesetzes beginnen. Dabei gehe es vor allem um den Abbau von Tierexperimenten.
Weiss appellierte an Kanther und den für Tierschutz zuständigen Minister Borchert, die abschließende Entscheidung über die Tierversuche für den Zivilschutz wenigstens solange zurückzustellen, bis anhand der Beratungen im Parlament deutlich werde, ob derartige Tierexperimente demnächst überhaupt zulässig wären. Es dürfe keine Politik vollendeter Tatsachen betrieben werden.
Nach den Plänen des Bonner Innenministeriums sollen Hunde, Zwergschweine, Kaninchen und Ratten radioaktiv bestrahlt und chemisch vergiftet werden. Vorgesehen ist auch die Zufügung schwerer Verletzungen mit dem Ziel, Schockzustände zu erzeugen. An den Tieren sollen mögliche Folgen von Katastrophen beobachtet und Behandlungsmethoden erprobt werden. Die Experimente kosten zusammen mehr als 650.000 Mark.
"Solche Versuche wurden schon oft in der Wehrmedizin gemacht. Zudem reagieren Tiere auf Eingriffe und Teststoffe vielfach anders als Menschen. Auch gibt es Ersatzmethoden an nicht schmerzfähiger Materie. Schließlich bestehen leider genügen Situationen, in denen sich die Auswirkungen von Katastrophen sowie Möglichkeiten der Behandlung und Vorsorge direkt bei Menschen untersuchen lassen", stellte Weiss fest. Der Bund gegen Mißbrauch der Tiere hat rund 60.000 Mitglieder.