Auf dieser Erde herrschen Lieblosigkeit, Nichterkenntnis und Ichhaftigkeit, daß der Mensch zu den Leiden deren sich die Natur zur Höherentfaltung des Lebendigen bedient, von sich aus noch unnötige und grausame Quälereien hinzufügt: er peinigt nicht nur sich selbst durch falsche Schmerz und Krankheit bewirkende Lebensweisen, durch unbewußte und bewußte Grausamkeiten, Verfolgungen, Hunger, Mord und Krieg, sondern auch die hilf- und wehrlose Tierwelt durch Jagd, Ausrottung, Massenmord und durch millionenfache Vivisektionen.
Es ist unfaßlich, daß der Mensch nicht spürt, daß die Schmerzensschreie der Wehrlosen eine unüberhörbare Anklage bilden, die aus den Tiefen der Ewigkeit ein "Wehe der Menschheit!" als Schicksalsecho herbeiruft und bewirkt, daß die Menschheit den Bemühungen aller Religionen zum Trotz weder zum Frieden noch zur Einheit findet. Denn Einigung im Äußeren setzt Einigung im Inneren voraus: Harmonie des Menschen mit sich selbst, mit allem was lebt, und mit dem Ewigen hinter allem Leben und Sein...
Schon vor Jahrtausenden wurde in Indien erkannt, daß der Geist des Lebens auch im Tier ist, daß das Tier der jüngere Bruder des Menschen und Tierleid infolge der Einheit allen Lebens zugleich Menschenleid ist.
Bereits im altägyptischen Totenbuch hieß es, daß die Seele nur dann erlöst ist, wenn sie bekennen kann: "Ich habe nie einem Tier ein Leid zugefügt!"
Auch im Buddhismus wird gelehrt, daß alles Lebendige im Innern verwandt ist: "Ein jedes Wesen flieht den Tod, ein jedes Wesen scheut Qual; drum quäle nicht und töte nicht, sondern sei Hüter und Helfer allem, was lebt!"
Die Mitverantwortung für
alles, was im Namen der Menschheit geschieht, gebietet, daß wir
handeln müssen. Die Forderung nach Verbot jeglicher Tierquälerei
soll nicht nur in allen Ländern zum Gesetz erhoben, sondern
Tierliebe und Tierschutz sollen zur selbstverständlichen
allgemeinen Grundgesinnung werden!
Wenn ich ein Tier ansehe und der Blick seiner bittenden Augen mich trifft, ist es, als steige das Zerrbild seiner Angstträume, der Schatten eines Menschen, wie ein Gespenst dämonischer Wildheit hinter ihm auf und als wollte die Tierseele mir bewußt machen:
Womit haben wir Tiere es verdient, von Euch Menschen auf tausendfache Weise verfolgt, gejagt und gemordet zu werden? Haben nicht die Größten unter Euch erkannt, daß wir alle eines Wesens und eines Lebens sind! Millionen von uns verbluten täglich unter den Schlachtbeilen der Menschen und unzählige von uns werden darüber hinaus von Tierquälern Leiden unterworfen, von denen eines, an einem Menschen verübt, alle Menschen zur Abwehr aufgerufen hätte. Zittert Ihr Menschen nicht vor dem Tage, da Eure Opfer wider Euch aufstehen?
Das Tier steht auf der Schattenseite des Lebens überhaupt. Und daran sind nicht nur jene mitschuldig, die Tiere quälen, sondern auch jene, die hier die Augen schließen, schweigen, im Tier nicht ihresgleichen, sondern eine 'Sache' sehen, und nichts tun, um die Leiden der Tierwelt zu lindern und zu mildern. Jedes Leid, daß man verhüten oder mindern hilft, wird sich nach dem Allgesetz der ausgleichenden Gerechtigkeit nicht nur für einen selber in Segnung verwandeln; man wird durch seine tätige Mithilfe darüber hinaus die Welt verschönern und zu mehr Frieden führen, der Menschheit zu lebendigerem Wachsein, zu tieferer Ehrfurcht vor dem Leben und zu größerer Harmonie und Einheit verhelfen!
F.J. Hendricks (gekürzt)