Das Frettchenfieber packte uns im Juni 2000. Aber der Anfang unserer
Frettchengeschichte liegt noch ca. 1 Jahr weiter zurück.
In der Zeitung lasen wir eine Annonce von den Frettchenfreunden an der Weser.
Wir riefen einfach mal an. Nach mehrmaligem Versuch hatten wir Kerstin dann
endlich am Telefon (Urlaub?) und machten einen Termin mit ihr aus. Wir fuhren
zu ihr und unterhielten uns lange über artgerechte Frettchenhaltung. Sie
erzählte uns, wie viel Arbeit die Fraggles machen und vor allem wie viel Zeit
sie in Anspruch nehmen. Wir sahen uns auch ihre Tiere an und die erste
Erfahrung, die wir mit diesen netten Tierchen machten, war ein Biss in die Nase.
AUTSCH
Mit einer Menge an Info fuhren wir wieder nach Hause. Uns ist klar geworden, dass wir so viel Zeit für das Tier nicht aufbringen können. Zu viel anderes hatten wir im Kopf.
Ein Jahr verging, wir wurden ruhiger und waren mittlerweile auch mehr zu Hause. Dann war da wieder einmal eine Annonce "Frettchen sucht neues zu Hause" Da hatte es uns wieder erwischt. Wir riefen an, machten einen Termin aus und fuhren hin. Die nächsten Tage verbrachten wir mit dem Bau eines Käfigs. Dann war es so weit und Scotty zog in einen fast 3 m2 großen Käfig ein.
Jetzt hatten wir, trotz Kerstins Warnung, als Anfänger ein Jungtier. In den nächsten Tagen sollten wir erfahren, warum sie uns damals davon abgeraten hatte. Die erste Zeit war sehr schwer und wir waren manchmal kurz davor auf zu geben. Jetzt wussten wir, warum so viele Jungtiere wieder ab gegeben werden.
Hallo, ich bin Scotty. Auch für mich war der Anfang nicht leicht. Ich war noch
ganz klein, als man mich zu Hause in eine Transportkiste steckte und weg
brachte. Als wir ankamen, steckten mich zwei Menschen in einen fremden Käfig.
Mein neuer Käfig ging mehr in die Höhe als in die Breite. Um auf die anderen
Ebenen zu kommen, hätte ich über dicke Äste klettern müsse, aber das war nicht
so mein Fall. Auch das Futter, welches sie mir hinstellten, mochte ich nicht.
Langsam wurde ich echt böse. Ich war allein, in meinem Käfig kam ich nicht zurecht, und vernünftiges Futter bekam ich auch nicht (ich mochte den Kram nicht). Ich wusste mir nicht anders zu helfen, als bei jeder Gelegenheit zu beißen. Es half, mein Käfig wurde umgebaut und anderes Fressen bekam ich auch. Danach hab ich auch nicht mehr so viel und so feste gebissen, denn meine Menschen, auch Dosenöffner genannt, haben sich ja auch sehr bemüht. Aber trotzdem musste ich ihnen ja zeigen, dass ich der Boss bin. Bis sich die eine doch tatsächlich mit mir anlegte, danach habe ich das Beißen doch lieber gelassen. Wir verstanden uns immer besser und meine Dosenöffner ließen sich immer was Neues für mich einfallen.
Trotzdem wurde es langsam langweilig. Alle Blumentöpfe wurden mir weg genommen
und die Schubladen waren nun auch zu geklebt. Auch verstecken unterm Schrank
kann man mit einem Dosenöffner nicht spielen, denn sie passen da nicht drunter.
Und habt Ihr beim Käbbeln schon mal versucht, einem Menschen in die Ohren oder
in den Nacken zu Zwicken?!
Eines Tages fuhren wir weg und gingen in ein fremdes Haus. Bei den
Frettchenfreunden an der Weser zu Steffi. Dort lernte ich Mico kennen.
Mico war nur halb so groß wie ich, obwohl er älter war. Erst konnten wir uns
gar nicht ausstehen und bissen uns heftig. Mico stank dabei wie tausend
Schweißfüße, da bin ich ihm lieber aus dem Weg gegangen. Das tut er auch
noch heute, wenn es besonders aufregend ist. Später fuhren wir wieder nach
Hause und ich war froh meine Dosenöffner wieder für mich zu haben.
Aber es kam anders als ich dachte. Mein Käfig wurde abgeteilt und Mico zog oben ein. In den folgenden Tagen wurden ständig unsere Tücher getauscht oder die Schlafplätze gewechselt. Wenn wir uns im Wohnzimmer trafen, sind wir gleich aufeinander los gegangen. Unsere Dosenöffner haben wir ganz schön auf Trapp gehalten, weil sie manchmal echt Angst um uns hatten. Es dauerte ca. 3 Wochen bis wir uns vertrugen. Jetzt sind wir nicht mehr zu trennen.
Wir Spielen und schlafen fast immer zusammen. Am liebsten spielten wir
Verstecken unter der Tischdecke. Jetzt gibt es keine Tischdecken mehr! SCHADE!
Seitdem Mico bei mir ist geht es uns allen besser. Meine Dosenöffner haben
keine Angst mehr, das mir langweilig sein könnte, weil Mico und ich nicht mehr
allein sind. Mittlerweile haben wir ein eigenes Zimmer, in dem wir uns frei
bewegen können und im Sommer einen Auslauf nach draußen. Da gibt es dann ein
kleines Wasserbecken und eine Schale mit Erde zum buddeln.
Ich könnte ja noch viel mehr erzählen aber ich sag jetzt " Ciao ". Meine
Dosenöffner wollen auch noch was sagen.
Wir zwei in der Spielkiste ->
Nun war Mico also bei uns. Uns wurde gesagt, außer Trocken-Frettchenfutter und Alete Gläschen, frisst er nur in Bezel gebratenes Schweinefleisch. Das ging ca. 1-2 Wochen gut, seitdem rührt er kein Schweinefleisch mehr an. Er ist so richtig lecker geworden. Nur das beste bitte und zwei Tage das Gleiche schon mal gar nicht. Mico ist heute mega eifersüchtig, wenn wir mal mit Scotty toben. Er beißt frettchentypisch wahnsinnig gerne in Nasen und macht sich bei jedem Fremden erstmal unbeliebt. Im Gegensatz zu Scotty läuft Mico gerne mal durch's Wasser. Scotty holt lieber kleine Steine aus dem Wasserbecken und das am liebsten ohne nass zu werden. Sie gehen gerne an der Leine spazieren aber da zeigen sie uns, wo es lang geht.
Mico und Scotty bringen viel Leben in die Bude und wir hoffen, dass sie noch lange bei uns sind, denn ohne die beiden Stinker wäre es uns heute zu ruhig.
Tanja & Tanja