Im Alter von ca. 10 Monaten kommt der Rüde in die Ranz. Die Hoden schwellen an
und werden deutlich sichtbar. Das Fell wird klebrig, und der Rüde sondert
vermehrt streng riechende Duftstoffe ab. Er markiert sein Revier mit Urin und
wird unruhig, weil er auf der Suche nach einer Partnerin ist.
Da man Frettchen nicht einzeln halten sowie Nachwuchs schon allein um der damit
verbundenen Komplikationen vermeiden sollte, ist es empfehlenswert, den Rüden
kastrieren zu lassen. Damit läßt dann auch der Potenzgeruch binnen weniger
Wochen nach.
Kommt die Fähe in die Ranz, so schwillt ihre Vulva an (siehe Foto). Wird sie dann nicht gedeckt, besteht die Gefahr einer Dauerranz oder der Gebärmutterentzündung. Letztere wird durch Bakterien hervorgerufen, die durch die geschwollene, feuchte Vulva in den Körper gelangen. Beides kann für die Fähe tödlich sein! Durch den erhöhten Östrogenspiegel bei einer Dauerranz kann Knochenmark zerstört werden. Ferner kann es zu Sickerblutungen in den Innenorganen kommen. Eine Kastration kann daher lebensnotwendig sein und wird von uns (aus bereits beim Rüden genannten Gründen) empfohlen.
Wird eine Fähe nicht gedeckt, besteht - wie oben bereits erwähnt - die Gefahr einer Dauerranz. Je älter das Tier ist, desto gefährlicher kann diese für die Fähe werden. Symptome: Das Fell wird schütter, die Fähe bekommt kahle Stellen auf dem Körper. Vulva und Schleimhäute werden blass.
Die hier abgebildete Iltis-Fähe ist ca. zwei Jahre alt, sie wurde in einem
Pappkarton ausgesetzt. Am ganzen Körper weist das Tier kahle Stellen auf,
besonders am Kopf und an der Kehle. Bereits 17 Tage nach der Sterilisierung
bildete sich auf dem Kopf und am Körper ein leichter Flaum. Nach weiteren
zwanzig Tagen befand sich das Tier schon in einer guten Verfassung.
Trotz des positiven Verlaufs ihrer Genesung verstarb die Fähe nach neun
Monaten. Leider hat der neue Besitzer keine Obduktion zugelassen, so dass wir
nur vermuten können, dass sie an den Spätfolgen der Ranz gestorben ist.