Bei dieser Art von Haltung handelt es sich meist um eine sog. "ständige Haltung", d.h. die Tiere bekommen selten zusätzlichen Auslauf. Daher sind die Ansprüche an die Gehegegröße auch entsprechend höher. Entsprechende Bestimmungen finden sich z.B. in einer "Leitlinie für eine tierschutzgerechte Haltung von Wild in Gehegen" vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Hier heisst es u.a.:
Durch eine angepasste Gehegegröße, Einrichtung [...] muß dem Bewegungsbedürfnis Rechnung getragen werden, da sonst Verhaltensstörungen in Form von Bewegungsstereotypen etc. auftreten. Die Gehege sind in ihren Abmessungen nach Aktivitätsbedürfnis und Größe der Tiere anzulegen. [...] Iltis: 6m2 pro Paar, für jedes weitere Tier 1m2 mehr. [...] Frettchen: sind wie ihre Wildform zu halten.
Analog zum Stubengehege wird auch hier ein Schlafhaus als "Höhlenersatz" benötigt. Das ca. 70 bis 100mm große Einschlupfloch sollte am besten mit einem Windfang versehen sein. Als solcher kann eine Art Vorraum mit versetzten Eingängen, oder aber auch ein Stück Drainagerohr mit Biegung dienen. Desweiteren sollte das Häuschen mit Kork (oder einem anderen atmungsaktiven Dämmaterial) isoliert werden, sodass die Aussenwände aus Holz- Isolierung- Holz bestehen (das Dämmaterial also beiderseits von Holz eingeschlossen ist). Als Polstermaterial sind auch hier (wie bereits bei Wohnungshaltung erwähnt) zerkleinerte Baumwolltücher am besten geeignet. Keinesfalls Frottee verwenden, auch keine Streu.
Bei einer Haltung auf dem Balkon sollte man sich überlegen, ob der verfügbare Platz durch den Bau eines Geheges eingeschränkt werden muss - oder ob nicht vielleicht eine Absicherung des Balkons ausreichend ist (und die Tiere somit die gesamte Fläche nutzen können). Dies hätte den Vorteil, dass auch der Halter seinen gesamten Balkon nutzen kann (und ihm nicht ein Teil davon durch ein Gehege versperrt ist). Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist ferner, dass die Tiere am Familiengeschehen teilhaben.
Auch hier gilt wieder: der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt (aufpassen sollte man jedoch mit der "Höhenbegrenzung" bei Klettergelegenheiten, damit nicht ein Tier über den Balkonrand gelangen und in die Tiefe stürzen kann). Eine besondere Freude für die kleinen Gesellen können hier z.B. Buddelkästen sein - bevorzugtes "Füllmaterial" ist natürlich Erde, aber auch mit Wasser haben unsere Kobolde durchaus ihren Spass, insbesondere im Sommer! A propos Sommer: auf jeden Fall muss für genügend schattige Plätzchen gesorgt sein, da sonst die Gefahr eines Hitzschlages (besonders bei Temperaturen jenseits der 30°C Grenze) besteht. Wer an solch warmen Tagen einen besonderen Spass erleben möchte, erfrischt seine Tiere mit ein paar Spritzern aus der Wasserpistole (oder dem Blumensprenger - im Garten sorgt auch ein Rasensprenger für Gaudi).