Wenn die Frettchen am Tag ca. 3-4 Stunden Auslauf haben, sollte dies das Minimum sein (sollten die Tierchen allerdings ab und an bereits vor Ablauf dieser Zeitspanne freiwillig wieder "abtauchen", sollen sie freilich nicht gleich wieder "aus dem Bett geschmissen" werden ;). Für ein bis zwei Frettchen ist eine Gehegegröße von mindestens 2m2 erforderlich. Auf dieser Fläche müssen eine Schlafkiste, ein Liegebrett, Spielmaterial und Klettergelegenheiten vorhanden sein. Für jedes weitere Frettchen wächst die Mindestanforderung um weitere 0,5m2. Bei drei Frettchen würde dies also eine Mindestfläche von 2,5m2, bei sechs Frettchen 4m2 bedeuten.
So sieht dies auch eine Verfügung der Bezirksregierung Lüneburg vom 24.05.1993
für die "vorübergehende Unterbringung" vor. Vorübergehend wird hier so erklärt,
dass die Tiere am Tag einige Stunden Auslauf haben.
In der Schweiz ist es nach unserem Wissen in den Kantonen unterschiedlich
geregelt, es werden jedoch auch die gleichen Maße wie nach der Verfügung von
Lüneburg angegeben. Gleiches gilt für Lichtenstein. Der
Deutsche Tierschutzbund
hält diese Größe für nicht ausreichend.
Für den Gehegebau empfiehlt es sich, punktgeschweißten Gehegedraht mit einer Maschenweite von ca 15x15mm (oder 10x20mm) zu verwenden. Bewährt hat sich hier ebenfalls ein Vierkant-Lattengerüst als Grundlage, Holzstärke ca. 25x45mm, verschraubt mit Eisenwinkeln. Die Drahtelemente werden mittels Tacker oder kleinen Nägeln / Krampen am Gerüst befestigt. ACHTUNG! keine Reißkanten, Spitzen im inneren o.ä. - Verletzungsgefahr für die Frettchen! Der Boden sollte wasserdicht sein; geeignet sind z.B. PVC-Belag oder Fliesen. Leicht und günstig ist der Umbau eines alten Schrankes; nur groß genug sollte er auch sein.
Ein Schlafhaus / Schlafkiste darf auf keinen Fall fehlen. Dieser "Höhlenersatz" sollte ca. 400x300x300mm groß und mit einem Einschlupfloch von ca. 70 bis 100mm Durchmesser versehen sein. Eine Seite sollte sich zum Zwecke der Reinigung und Kontrolle öffnen lassen. Als Polstermaterial am besten etwas zerkleinerte Baumwolltücher (kein Frottee, keine Streu!) verwenden. Frottee stellt in diesem Zusammenhang eine besondere Gefahr da: in den vielen Schlaufen bleiben die Frettchen zu leicht mit ihren Krallen hängen, und geraten dann sehr leicht in Panik.
Der Fantasie sind bei der Gestaltung kaum Grenzen gesetzt, und die Gehege sollten so abwechslungsreich wie möglich gestaltet sein. Außerdem kann man den Fraggles schon mit der geringsten Kleinigkeit riesen Spass und Freude bereiten. Stellt ihnen z.B. einfach mal einen Karton mit (oder auch ohne) zerknülltem Zeitungspapier, oder aber eine mit Erde gefüllte Schale hin, ihr werdet es dann schon selbst erfahren! Auch größere Einkaufstüten (aus Papier - vorsichtig mit denen aus Plastik, Erstickungsgefahr!) sorgen für helle Begeisterung - ebenso wie der Kern einer Teppichrolle (oder auch schon ein Stück davon).